
19.04.2026 MAG Eisenbahnmagazin im MAG Lifestyle Magazin / update 30.05.2026
MAG Eisenbahnmagazin - Eisenbahnen am Balkan JŽ -
Eisenbahnen in Slowenien SŽ
Nach dem Ersten Weltkrieg kam es zu einer Angliederung des Einzugsgebietes der Bahnstrecke um und nach Fiume an Italien. Bis 1936 wurden die Bahnstrecke und der Bahnhof Fiume, dem heutigen Bahnhof Rijeka, mit dem italienischen Bahnstromsystem 3000 V Gleichstrom elektrifiziert.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kam die Halbinsel Istrien durch die Friedensverträge an Jugoslawien. Etwa 117 km mit nach FS Norm 3.000 V Gleichstrom elektrifizierte Bahnstrecken fielen an die
JŽ, so die Strecken von Villa Opicina nach Postojna mit einer Länge von 53 km und 64 km von San Pietro del Carso, Pivka nach Rijeka.
Daher gab es bei den jugoslawischen Eisenbahnen zwei Stromsysteme mit Systemwechselbahnhöfen innerhalb des Landes. In Istrien wurde das 3000 V Gleichstromnetz beibehalten und von Rijeka aus
Richtung Zagreb und in Slowenien ausgebaut. In Zagreb und im restlichen Teil Jugoslawiens setze die JŽ bei der Elektrifizierung auf das 25 kV Wechselstromsystem .
Mitte der 1970er Jahre brach die JŽ mit der historisch begründeten Tradition ausschließlich italienische Lokomotiven für den Betrieb auf den mit 3 kV elektrifizierten Bahnstrecken zu
beschaffen.
Die Bo'Bo'Bo' E-Loks JŽ 361, FS Bauart 626 von Savigliano/Turin, wurden von 1976 bis 1983 außer Betrieb genommen. Heute steht die JŽ 361-106 als Denkmallok in Iliarska Bistrica, die JŽ 361-201 befindet
sich im Eisenbahnmuseum H Ž M Zagreb. Die Führung der Reise- und Güterzüge oblag ab den 60er Jahren den von Ansaldo in Italien gelieferten JŽ Baureihen 342, einer 4-achsigen E-Lok und der JŽ Baureihe 362, einer 6-achsigen
Gelenklomotive.
Die Entscheidung für neuen E-Loks im 3 kV Bahnnetz viel auf die französische Co-Co Alsthom Elektrolokomotive der SNCF Baureihe CC6500. Zwischen 1975 und 1977 wurden insgesamt 39 Lokomotiven als Variante der leistungsstarken Alsthom Lokomotive an die Jugoslawischen Eisenbahnen geliefert und waren in Ljubljana beheimatet. Die Lokomotiven der JŽ 363 waren sowohl zur Beförderung im Reisezugverkehr bis 125 km/h als auch für im Güterzugverkehr bis 75 km/h geeignet. Die Achsen jedes der Drehgestelle werden durch je einen Motor angetrieben und ein Stufengetriebe erlaubt die Umstellung zwischen Reisezug- und Güterzugverkehr.
Charakteristisch war das französiche, von Paul Arzens entworfene, Nez-cassé-Design bei dem eine Sichtbehinderungen des Lokführers durch Gegenlicht aufgrund der bisher unkonventionellen Neigung
der Frontscheibe reduziert werden konnte. Bei Indienststellung der Lokomotiven wurden diese in für elektrische Gleichspannungslokomotiven der JŽ üblichen Farben, ockergelb mit braunem
Zierstreifen, lackiert.
Aufgrund des für französiche Lokomotiven auffälligen Aussehens erhielten die Lokomotiven inspiriert von der französischen Schauspielerin Brigitte Bardot den Spitznamen „Brižita“.
Nummerierung: SŽ 363 001–038
Anzahl: SŽ 38 / JŽ 39 (*)
Hersteller: Alsthom, Saint-Ouen-sur-Seine Frankreich
Baujahre: 1975–1977
Achsfolge: C’C’
Bahnstrom: 3 kV Gleichspannung
(*) Die JŽ 363-002 erlitt bei einem Zugunglück einen Totalschaden, danach wurde die JŽ 363-039 zu JŽ 363-002 umnummeriert.
Nach dem Zerfall Jugoslawiens verblieben alle JŽ Baureihen 363 in Slowenien und behielten bei den Slovenske Železnice SŽ die Reihenbezeichnung 363 bei. Die Lokomotiven behielten anfangs allesamt die JŽ Lackierung. Im Laufe der Zeit gab es diverse Lackierungsvarianten.
Der Grenzbahnhof zwischen Österreich und Jugoslawien in Spielfeld-Straß wurde im Rahmen der Streckenelektrifizierung von Graz 1972 mit dem damals in Österreich üblichen 15 kV 16 2⁄3 Hz elektrifiziert. 1977 wurde der grenzüberschreitende Streckenabschnitt von Spielfeld-Straß bis zur Staatsgrenze zu Jugoslawien mit dem, bei den JŽ in Nord-Ost Jugoslawien üblichen, 3 kV Gleichstrom elektrifiziert und der Grenzbahnhof wurde zum Systemwechselbahnhof.
Seit dieser Zeit konnten nicht nur Dieselelektrische GM Lokomotiven amerikanischer Bauart der JŽ sondern auch Gleichstromlokomotiven italienischer und französischer Bauart in Österreich
angetroffen werden.
Heute sind im Grenzbahnhof Spielfeld-Strass österreichische und slowenische Mehrsystem-Triebfahrzeuge anzutreffen beziehungsweise erfolgt bei traditionellen Einsystem-Triebfahrzeugen der ÖBB und
SŽ ein Lokomotivwechsel wie einst.
Original Papierfotos digitalisiert, Fotograf Michael Alexander Grandits
Für alle Fotos auf dieser Seite mit © MAG gilt
© MAG Eisenbahnmagazin im MAG Lifestyle Magazin, Fotograf Michael Alexander Grandits
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TIPP & Link für Eisenbahnfreunde
Bildband "Die JŽ in den 80er Jahren" von Michael A. Grandits
Die Jugoslawischen Eisenbahnen,
Elektro-, Diesel- & Dampftraktion
mit Fotoraritäten aus dem Betrieb in den 80er Jahren
wie der JŽ 363 im Grenzbahnhof Spielfeld Strass und in Ljubljana,
der JŽ 62 in Beograd und Dimitrovgrad, der JŽ 51 in Sisak und der JŽ 734.001 ex. DB in Zagreb
sowie Bildern von ÖBB Liegewagen und ehemaligen ÖBB Spantenwagen bei den JŽ.
Bildband zu den Jugoslawischen Eisenbahnen auf der Normalspur in den 1980er Jahren
mit Bildern aus einer Zeit in der Fotografieren bei Strafe verboten war
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